
Zuerst einmal muss ich mich für meine Faulheit entschuldigen. Da habe ich es doch geschafft mich derart von einem “Zuckerbuch” ablenken und mein Blog links liegen zu lassen. Ich gelobe Besserung. Jetzt aber etwas Prosa.
Es begab sich zu der Zeit des nicht so schütteren Haares. “Madonna” schockte die Öffentlichkeit durch spitze BH’s und “2 Unlimited” war kein Shampoo und Styling-Gel. Damals gab es die einen oder anderen Nächte, die geplant durchgemacht wurden. Warum sollte das zwanzig Jahre später nicht mehr funktionieren? Es wird demnach Zeit einen Versuch zu starten:
- Testteilnehmer: Vier Männer, in der fortgeschrittenen Blüte ihres Lebens.
- Testbeginn: 12.5., 06:00 Uhr.
- Testende: 13.5., voraussichtl. 22:30 Uhr.
- Testablauf: Zugfahrt von Berlin nach Wien, Besuch einer Feier, Wach bleiben, Zugfahrt von Wien zurück nach Berlin.
Im Folgenden nun ein zeitlicher, gedanklicher Abriss der Ereignisse:
- 06:00, Wecker klingelt. Warum? Traum war so schön. Wecker klingelt. Blödarschkack!
- 07:10, Wollten wir uns nicht um 07:30 Uhr an der Bushaltestelle treffen? Nein, 07:13 Uhr!
- 07:25, Wo ist der Bus?
- 07:30, Da ist der Bus, aber wo ist das Geld?
- 07:35, Raus aus dem Bus, Geld bei Sparkasse gekauft.
- 07:40, Wo ist der Bus?
- 08:00, Hauptbahnhof, Kaffee bei Starbucks gejagt, gefangen, ausgesaugt. Rest der Truppe beglückte das Gasthaus zur goldenen Möwe.
- 08:30, Zug fährt ein. Pünktlich!
- 08:45, Die Reise beginnt. First Class.
- 08:50, Wir setzen noch einen drauf bzw. uns um. Business Class.
- 09:30, Handy hat neuen Anbieter gefunden : “Kein Netz”. Zeitweise wird auch “Netz suchen” gefunden.
- 10:07, Orientalisch angehauchter Mann streift mit grimmigen Gesichtszug durch den Gang. Hoffentlich brüllt er nicht gleich “Kalimaaaaaaa!”.
- 10:22, Stoßlüften der Abteilheizung in “Röderau”.
- 10:27, Großer Sven liest, Kai spielt, kleiner Sven döst, Micha schreibt.
- 12:30, Allgemeine Schläfrigkeit
- 13:04, Etwas heißes Schwarzes? Und Kaffee?
- 13:26, Das ist also Prag.
- 14:30, Allgemeine Schläfrigkeit.
- 18:45, Wir fahren mit klassischer Soundtrackmusik in Wien ein.
- 19:30, Unsere Packer’l werden im Schließfach verstaut.
- 20:20, Essen etwas in schönem Wiener Kaffeehausambiente, aber mit überzogenen Preisen und dem begründetem Verdacht Dosensuppe und Tiefkühlpizza verdrückt zu haben.
- 21:10, Ankunft auf der Party.
- 22:20, Lustige Menschen, gute Musik, uns gefällt es hier.
- 23:10, Das erste große Schwächeln beginnt. Vereinzelnte Gähner werden gesichtet.
- 01:00, Es nähert sich ein toter Punkt. Er wird durch Gröhlen zur Musik vergrault.
- 02:00, “Plan B” wird entwickelt. Falls wir doch einknicken sollten, gäbe es zumindest noch ein Hotelzimmer für uns.
- 03:00, Die Gähner kommen in immer kürzeren Intervallen und obwohl der harte Kern auf der Tanzfläche für den nächsten Monsun tanzt, wird der Wunsch sich zu betten größer und größer.
- 03:45, Der Test ist gescheitert. Wir verabschieden uns von der Party und nehmen sehr dankbar das Angebot eines weiteren Gastes der Feicherlichkeiten an bei ihm bis 07:15 nächtigen zu können.
- 04:20, Wir okkupieren sämtliche Liegemöglichkeiten in der Ein-Zimmer-Wohnung. Die Dankbarkeit unseres Gastgebers gegenüber kennt keine Grenzen.
- 04:25, Der Schlaf kommt schnell, traumlos und ist um…
- 07:00, …wieder zu Ende.
- 07:25, Wir schleichen aus unserem Nachtlager, wohl bemüht den noch schlafenden Mieter der Wohnung nicht zu wecken.
- 07:30, Sonne! Im Gegensatz zum gestrigen Abend hat sich der Vitamin D-Spender doch noch auf seine ursprüngliche Tätigkeit besonnen und die Wolken an den Horizont verscheucht.
- 08:00, Wir holen unsere Taschen und sitzen beim Bäcker zu frischen Semmeln und Auflage.
- 08:45, Dank erster Klasse dümpeln wir noch in der ÖBB-Lounge zu Kaffee, Tee herum.
- 09:33, Unser Zug fährt ab. Tschüss Wien!
- 10:42, Wiederkehrende Erkenntniss: Red Bull hilft nur bedingt bis gar nicht bei Müdigkeit.
- 19:15, Die Fahrt verlief bis auf das Fluchen gegenüber der Klimaanlage recht unspektakulär. Ja, die Müdigkeit spiegelt sich auch im Schreiben wieder.
- 20:30, Zu Hause, Fernseher angeworfen, eingeschlafen.
Summa summarum:
Es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten das Erlebte zu deuten. Ich tendiere zu der Version, dass ich inzwischen zu verwöhnt für solche Aktionen bin. Sicherlich hat das Reisen mit dem Zug auch romantische Askpekte, aber die Zeit, die wir bei einem Flug gespart hätten, wäre sicherlich auch gut genutzt worden. Sehen wir es also als erzieherische Maßnahme. Warum Schienenfahrzeug wenn es mit dem Flügelpendant schneller geht. Sei es wie es sei, es war ein tolles Wochenende mit einer sehr gelungenen Feier.
Erkenntnis:
Wenn älter werden heißt, dass man einfach genauer weiß, was man wirklich will, dann freue ich mich noch auch sehr viele neue und erkenntnisreiche Jahre.
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie jedes andere moderne Unternehmen in dieser Zeit gibt es für das Servicepersonal in den Zügen sicherlich Weiterbildungen oder Coachingmaßnahmen. Darunter bestimmt auch ein Englischkurs um die notwendigen Ankündigungen im Zug international zu gestalten.
Meine Bitte:
Wenn schon eine Fremdsprache, dann bitte die wichtigen Sätze richtig aussprechen. Oder vielleicht einfach mal bei einem Seminar das “th” eine Stunde lang üben. Es ist nicht wirklich schwer!
Sie ersparen sich damit oftmals ein tosendes Gelächter der Passagiere bei diversen Ansagen.
Auch kann es nicht Sinn und Zweck sein, dass deutschsprachige Mitfahrer ausführlich über Verspätungen und verpasste Anschlusszüge informiert werden und dann ein lapidares “We have a deläh off twentieh minutes. Sänk ju vor träveling wis deutsche Bahn” folgt.
Vielleicht fruchtet mein Ratschlag bei Ihnen. Ich würde mich auf jeden Fall freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Kral

Normalerweise nehme ich solche Sätze wie “Na ob Sie dank der Ausfälle heute noch nach München kommen” recht locker entgegen. Es mag meine ungebrochene Hoffnung sein, dass eine positive Grundeinstellung auf jeden Fall nie verkehrt ist.
Als ich aber im Internet dann nach meinem Zug sah, stellte sich dieser als storniert heraus. Wie auch viele Linien davor und danach. Was nun? Gerade wurde es neun Uhr und die Webseite zeigte noch einen verfügbaren Zug um 9:52 an. Dank meines Chefs und einiger Überstunden setzte ich den spontanen Plan um, mich in diesem ICE wohlzufühlen. Zuerst stimmte mich die Bevölkerungsdichte am Bahnsteig noch zuversichtlich doch dann offenbahrte sich das wahre Disaster. Na klar. Auf diese Linie verteilten sich auch die Passagiere der zuvor ausgefallenen Züge. Meine grösste Hoffung war nun die erste Klasse. Aber auch hier war sich jeder der Nächste und als Entschädigung durfte nun jeder von der zweiten Klasse wechseln. Insofern natürlich nicht schlecht für mich als dass ich nun mein Upgrade einsparen konnte. Alles strömte beim Einsteigen nach links und mit einem kurzen taktischen Manöver brach ich rechts aus und sicherte mir so einen Platz. Gut so, denn selbst in der ersten Klasse stehen die Menschen auf den Gängen oder lungern an den Türen herum.
So zieht gerade der weiße Osten Deutschlands an mir vorbei und gleich erreichen wir Leipzig. Viele Grüsse an Familie Wappler!
Mein iPhone ist vollgepackt mit Filmen und Serien. Wenn das nicht ausreichen sollte kann ich auch noch auf ein Buch ausweichen. Nur Getränke habe ich in der Hektik vergessen. Da muss ich wohl noch was organisieren.
Fazit für heute: Ruhe bewahren hilft.
Auch wenn die Bahn für ihre “Pünktlichkeit” bekannt ist, das Personal blieb freundlich und oftmals entspannt ein Lächeln beide Parteien.
Appell an Alle:
Auch wenn es schwierig fällt, einfach mal lächeln. Es ist Weihnachten, verdammt nochmal.
Ich wünsche euch allen erholsame Weihnachtstage!
Micha
Es ist mir zuvor schon aufgefallen aber jetzt muss es mal an die Öffentlichkeit. Warum hängen überall in der ersten Klasse des ICE diese Werbeplakate aus? Sicherlich ist die Bordtoilette dauernd belegt, aber sind das jetzt alles alte Herren mit Blasenschwäche? Hat die Bahn etwa nicht nur ihre Mitarbeiter ausgespitzelt sondern führt eventuell noch Studien auf ihren Toiletten durch? Natürlich alles nur Dienst am Kunden, versteht sich.
Hey, ich glaube ich muss auch mal für kleine Kral’s. Na dann wollen wir mal die Altersstatistik ein wenig nach unten korrigieren.
…werden heute die Raucher am Bahnhof in markierte Areale verwiesen und dürfen nur dort die Luft mit einem weiteren giftigen Zusatzstoff versehen. Ob ich beim nächsten Mal etwas zur Fütterung mitnehme. Besser nicht. Nacher beißen sie noch!
Was ist bloß bei uns im Büro los? Zuerst zogen überall TFT-Fernseher in die jeweiligen Haushalte ein – Ich hatte keinen. Danach wurde die PS3 angepriesen und eingekauft – Ich wehrte mich erfolgreich. Außerdem ist die Wii die Spielkonsole mit dem höchsten Mitspielfaktor. Dann aber kam die Trendwende. Ich gewann das iPhone und schon drehte sich das Rad weiter. Jetzt sind wir das Büro mit der höchsten iPhone-Dichte pro Quadratmeter. Nun musste ich auch auf anderem Sektor nachziehen und schaffte mir auf einen Schlag sowohl die einst verhasste Konsole an und einen modernen Fernseher. Warum? Ganz einfach! Ich hatte Bock darauf und wollte mich mal wieder selbst belohnen. Warum? Naja, sagen wir einfach es gab in der letzten Zeit wieder ein paar negative Ereignisse, die damit wieder an Gewicht verloren. Zudem jetzt die Multimediaeinrichtung perfekt ist. iMac und PS3 harmonieren außergewöhnlich gut! Zudem “Wipeout HD” einfach hammergeil auf einem TFT in HD aussieht. Spielen werde ich dennoch nicht so viel mit der Sony-Konkurrenz. Ich nutze mehr die Blu-Ray Fähigkeit.
Ein paar Auffäligkeiten hat die neue Ausstattung allerdings doch noch, die ich nicht vorenthalten möchte:
1.
Das Fernsehprogramm verbessert sich leider nicht und wird optisch sogar schlechter.
2.
Bilder von DVD oder Blu-Ray sind dermaßen scharf, dass es fast schon unnatürlich wirkt. Aber ich denke daran werde ich mich schnell gewöhnen.
Summa summarum bin ich jetzt aber wieder in meinem technischen Spieltrieb völlig befriedigt worden. Das ist doch auch was wert.
Freue mich jetzt schon auf viele hochauflösende Winterabende.
Viele Grüße aus dem ICE.
…oder auch der Kral auf dem Kaiserstuhlweg.
Ich habe über 13 Jahre meines Lebens auf dieser Strasse verbracht und mich schon das eine oder andere Mal gefragt was ein Kaiserstuhl ist. Die Antwort kam damals von meinem Vater, dass Dieser im Schwarzwald zu finden sei. Gestern war ich nun in Echt und Farbe am höchsten Punkt des Kaiserstuhls. Wunderbare Aussicht und traumhaftes Wetter inklusive. Die Wanderung an sich wurde zum Schluss zwar schon recht anstrengend aber es hat sich gelohnt.
Hier ein paar Impressionen:
Jetzt sitze ich im ICE zurück nach Berlin in einem Wagen mit defekter Klimaanlage. Schmoren im eigenen Saft ist angesagt.
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